UX, aber bitte ganzheitlich

Am 6. Februar 2020 spricht Daniel Greitens auf der „OOP“, der Konferenz für Software-Architektur in München zu den neuen Herausforderungen in der Nutzerzentrierten Softwareentwicklung. Der CEO des Dortmunder Softwareunternehmens MAXIMAGO wird die überall hemmenden Missverständnisse zwischen einzelnen Disziplinen eines Softwareprojekts offenlegen und praktische Mittel anbieten, damit das Verständnis und damit Effizienz und Velocity in den Teams maßgeblich gesteigert werden können.

DIE AUSGANGSSITUATION

Immer mehr Projektbeteiligte reden aneinander vorbei

Die Nutzer-orientierte Konzeption von Software hat sich mittlerweile in der Branche gut etabliert. Nahezu jedes Scrum-Team ist mit UXlern ausgestattet und die resultierende Qualität an Anwendungen steigt stetig. Nun zeigen sich im Detail allerdings echte Herausforderungen, die darauf zurückzuführen sind, dass ein PO und ein UXler fundierten Input brauchen, um gute Ergebnisse zu produzieren. Hier kommt zum Beispiel auch das Produktmanagement ins Spiel. Es muss Anforderungen nutzerorientiert und methodisch erarbeiten und kommunizieren.

Von der anderen Seite müssen aber auch Informationen zu technischen Machbarkeiten sauber identifiziert werden, zurück zur Konzeption und zum Produktmanagement fließen, und dort ernst genommen werden. Genau da sind wir am heiklen Punkt: In Zeiten von stetig diversifizierendem Kompetenzspektrum in Softwareprojekten reden immer mehr Beteiligte aneinander vorbei und nehmen die jeweils andere Fachkompetenz nicht ernst genug. Das Produktmanagement hält es nicht für nötig ihre als gegeben formulierten Anforderungen zu erklären. Die Entwicklung mauert und schwingt ihr letztes verbliebendes Schwert: Ausufernde Aufwandsabschätzungen. Der UXler versucht sich im ganzen Tumult zu behaupten und utopische Vorstellungen des Produktmanagements und Machbarkeiten in der Entwicklung zu jonglieren.

Das Ergebnis: Eine Velocity jenseits von Gut und Böse. Vor allem durch vergeudete Zeiten in Diskussionen, in denen ohne jede Leitplanke über Prioritäten von Anforderungen philosophiert wird. Kleine Entscheidungen können von den Protagonisten nicht interpoliert werden, da sie zu Hintergründen von Entscheidungen oder Anforderungen nicht im Bilde sind. Kundenfeedbacks werden ohne Hintergrundinformationen in die Teams gespielt, was immer wieder zu technisch anspruchsvollsten Change-Requests führt, obwohl das Kernproblem womöglich mit wenigen Handgriffen behebbar wäre. Zusammenfassend rennen viele Hühner aus unterschiedlichsten Kompetenzen durcheinander und jeder versucht einen guten Job zu machen – aus seiner ganz eigenen Perspektive.

DAS KERNPROBLEM

Das gemeinsame Verständnis des Zieles fehlt

Wenn über immer mehr diversifizierende Fachkompetenz in Softwareprojekten gesprochen wird, dann ist in Wirklichkeit die Rede von Menschen. Und Menschen haben ganz individuelle Triebfedern.

Der Entwickler Stefan mag abends glücklich nach Hause gehen, wenn sein geschriebener Code bis ins letzte Detail den höchsten Clean Code Richtlinien entspricht. Dass vielleicht auf Grund von Release-Stress gerade Quantität vor Qualität gehen sollte, mag er gefühlt nicht akzeptieren.

Der Designer Peter könnte Apple-like die Ästhetik des Interfaces durch Reduktion von sichtbaren Elementen anstreben. Dass aber die tatsächliche Nutzergruppe reine Power-User sind, die einen dicken Werkzeugkoffer an Funktionalität benötigen, mag er rational nachvollziehen können, emotional aber ablehnen.

Die Produktmanagerin Eva ist angefixt vom Showdown der nächsten Messe. Dass dadurch ein Produkt-Provisorium entsteht, was womöglich das nächste echte Release qualitativ beeinträchtigt, mag sie hier und heute nicht so wirklich interessieren.

Das Kernproblem ist also fehlendes Verständnis des gemeinsamen Ziels. Und somit steckt sich jeder Beteiligte unbewusst sein eigenes.

Eine Gruppe steht ablehnend vor der Kamera. Die grauhaarige Frau im Vordergrund zeigt ihre Ablehnung zudem mit dem Daumen nach unten.

DIE LÖSUNG

Kundenorientierung in der gesamten Wertschöpfung

Die Lösung klingt einfach: Kundenorientierung in allen Etappen der Wertschöpfung. Und zwar so aufbereitet, dass jeder aus seiner Perspektive damit etwas anfangen kann und seinen Beitrag beisteuern kann.

Der Vortrag von Daniel Greitens bringt die Anforderungs-Kausalkette eines zukünftigen Softwareprodukts auf den Punkt und zeigt auf, welche Partei welchen Beitrag zu liefern hat. Konkrete Workshop- und Artefakt-Beispiele aus der Erfahrung dutzender Großprojekte runden den Praxisteil ab.

ÜBER DIE KONFERENZ

OOP – Die Konferenz für Software-Architektur

Die „OOP - Die Konferenz für Software-Architektur” findet vom 3. bis 7. Februar, im ICM - Internationales Congress Center München statt. Themen sind Agilität, Architektur, Security, Programmiersprachen oder Soft Skills. Die Veranstalter bieten über 170 Vorträge von 220 Speakern auf 13 Tracks an. Das Konferenzprogramm wird von vielen Social Events und Workshops umrahmt.

Weitere Informationen und Anmeldung auf der Veranstaltungs-Website.

Weiterer Vortrag von MAXIMAGO

Gleichzeitig findet die kostenlose Developer Conference „Code Days” im ICM München statt. Auch hier ist MAXIMAGO vertreten: Senior Software Engineer Andreas Derksen redet zum Thema „Application Frameworks – die verpasste Chance für Konzerne".

Über Daniel Greitens

Daniel Greitens widmet sich dem Thema Digitale Innovation seit über 20 Jahren. Mit dem knapp 50-köpfigen Team seiner Firma MAXIMAGO aus Dortmund konzipiert und entwickelt er Software-Innovationen auf Basis von WPF und HTML5, spricht auf den bekannten Konferenzen und ist Autor von Fachliteratur.

CEO

Daniel Greitens

+49 231 58 69 67 0
dgr@maximago.de

Sie wollen mehr?

Wie Sie methodisch zu richtig guter Software kommen, erklärt Daniel Greitens in seinem Blog-Artikel „Immer komplexere Funktionalitäten, immer einfachere Interfaces”.

Warum Innovation zwar schön und gut ist, aber eben zu Ende gedacht werden muss, beschreibt er in einem weiteren Fachbeitrag.

Ein weiterer Text widmet sich der These „Deutschland verschläft die Digitalisierung – weil Großkonzerne ihre Trumpfkarten nicht ausspielen”. Hier weiterlesen.