Industrie 4.0: Den Menschen nicht vergessen

Michael Jendryschik steht vor einer Leinwand und hält einen Vortrag über Software im Industrie-4.0.-Kontext. Neben ihm steht Linda Schmidt, Head Of UX bei ifm, gemeinsam arbeiten sie an der ifm I4.0 Suite.
Linda Schmidt und Michael Jendryschik haben auf Einladung der WFG Kreis Unna einen Vortrag über gelungene Software im Industrie-4.0-Bereich gehalten.

 

Wie sieht gelungene Digitalisierung in der Industrie aus? Dieser Frage haben sich nun über 25 Experten auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna gestellt. Den Rahmen für die spannende Diskussion mit Mehrwert haben dabei zwei Vorträge gebildet.

Die Veranstalter haben Prof. Dr. Gerhard Bandow als Speaker gewonnen. Der Professor der FH Dortmund und Smart-Maintenance-Experte erläuterte, wie sich Sensorik und IT sinnvoll vernetzen lassen. Dabei schloss er mit dem Fazit, dass man bei allen Chancen, die die Computertechnik bietet, niemals den Menschen vergessen darf.

Dies ist ein Ansatz, den Linda Schmidt, Head Of UX und Industrial Design bei der ifm electronics GmbH, und Michael Jendryschik, Head of UX bei MAXIMAGO, in ihrem anschließenden Vortrag fortführten. Linda Schmidt und Michael Jendryschik arbeiten seit über zwei Jahren gemeinsam an der „ifm I4.0 Suite", der innovativen Bodenplatte der ifm-Softwarelandschaft.

Den Menschen in den Mittelpunkt stellen

In dem Vortrag zeigten die User-Experience-Experten auf, welche Konzept- und Designentscheidungen schlechte Software ausmachen: Dazu gehört etwa die Fehlannahme, dass der Nutzer eine große Anzahl an Funktionen benötigt und fordert. Die Folge sind überladene User Interfaces, in denen sinnvolle Funktionen im wahrsten Sinne des Wortes untergehen. Dieses Problem entsteht oft, wenn in der Konzeptionsphase einer Software die falschen Personen befragt werden. Zudem haben die Beteiligten unterschiedliche Perspektiven auf eine Software: Der Nutzer will zum Beispiel seine Arbeit verbessern, der Techniker will eine einfache Umsetzung und das Marketing gute Verkaufsargumente.

Deswegen hat das Projektteam der ifm I.4.0 Suite um Schmidt und Jendryschik konsequent alle relevanten Stakeholder an einen Tisch geholt, um eine klare Produktvision zu erarbeiten. Dies gelang dem Projektteam mit dem Vorgehensmodell AIM.

Zusätzlich zeichnet sich gelungene Software im Industrie-4.0-Bereich dadurch aus, dass sie weiterhin die Autonomie des Nutzers achtet: Auch wenn Software dank künstlicher Intelligenz und Machine Learning dem Nutzer zahlreiche Aufgaben abnehmen kann, darf der Nutzer niemals das Gefühl eines Kontrollverlustes haben. „Wir müssen die Nutzer befähigen, statt ihnen Verantwortung abzunehmen", betonte Michael Jendryschik. Deshalb sollten Beteiligte an Digitalisierungsprozessen verinnerlichen, dass Software nur ein Tool ist. Wenn die Software nicht benötigt wird, sollte dem Nutzer angeboten werden, darauf zu verzichten beziehungsweise sie nur eingeschränkt und bewusst einsetzen zu können.

Zum Abschluss haben Linda Schmidt und Michael Jendryschik den fast 30 Teilnehmern Regeln an die Hand gegeben, um den Menschen mit Software sinnvoll zu befähigen und in ihrer Autonomie zu stärken:

  • Zugang zur Technologie gewährleisten und vereinfachen
  • Autonomie und Entscheidungskompetenz nicht auf Maschinen übertragen, sondern den Menschen unterstützen
  • Sicherstellen, dass die Technologie dem Menschen dient und nicht umgekehrt

Den Vorträgen schloss sich noch eine intensive Diskussion mit den Speakern an. Die Veranstaltung „Industrie 4.0: Chancen für Produktion und Instandhaltung" wurde im Rahmen des Projektes "Wissen schafft Erfolg" angeboten, das die WFG Kreis Unna und die Wirtschaftsförderung Hamm gemeinsam durchführen. Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes NRW gefördert.

Presse

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Tobias Kestin

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