Mentale Modelle

Etablierte visuelle Merkmale vereinfachen die Nutzung einer Software, verkürzen die Einarbeitungszeit und verhindern Fehler. Denn Menschen verstehen sofort das, was sie kennen. Diese Mentalen Modelle übertragen unsere User Experience Engineers in Software: 3D-Modelle vereinfachen die Arbeit von Architekten und Ingenieuren, bekannte Symbole zum Speichern, Berechnen und Erstellen unterstützen den Nutzer, wenn es nötig ist.

Ihre Nutzer verstehen

Ein herausragendes Nutzererlebnis entsteht nur, wenn UX Experten den Menschen vor dem Bildschirm verstehen: Dazu gehört nicht nur die grundlegende Arbeitsweise mit einer Software, sondern auch Motivationen, Erfahrungen, kulturelle Hintergründe, Fachjargon und mehr. Deswegen ist die tiefgehende Analyse des späteren Anwenders die Basis für jeden weiteren Schritt der Softwareentwicklung vom Konzept bis zum Release. In diesem Prozess und seinen Workshops identifizieren User Experience Enginneers die richtigen Mentalen Modelle und setzen sie in Software um.

  • Visualisierung von Entitäten

    Text adressiert keine mentalen Modelle. Der Nutzer muss Buchstaben, Sätze, Absätze lesen und verstehen. Formen, Farbe und Bewegung erkennt er im Idealfall sofort und kann die Information direkt verarbeiten. Die Herausforderung ist dabei der exakt passende Abstraktionsgrad. Ein komplexes 3D-Modell ist nicht immer nötig, genauso wenig lässt sich alles als Icon auf 16x16 Pixeln abbilden. Zusätzlich sind Icons oft gelernte Erfahrung: Herkunft, Alter und EDV-Nutzungsverhalten spielen deshalb eine große Rolle. Bestes Beispiel ist die Diskette, die sich weltweit als Speichersymbol etabliert hat, obwohl im Laufe der Zeit immer weniger Nutzer noch mit diesem Speichermedium gearbeitet haben.

  • Ablauf von Prozessen

    Mentale Modelle basieren auch auf den Ablauf von gewohnten Prozessen. Der Softwareentwickler muss diese kennen, präzise abgestimmt auf den Endnutzer und seine Anforderungen. Hilfreich sind genaue Persona, also Prototypen einer Gruppe von Nutzern. Deren Attribute sind eine Voraussetzung, um den Prozess zu verstehen. Diese Personas entstehen bei MAXIMAGO nicht auf Mutmaßungen oder gedachten Erfahrungen, sondern durch Interviews mit den Nutzern. Nur so verhindern wir, dass der Benutzer vor ungewohnte Situationen gestellt wird, in die er sich aufwändig hineindenken muss.

  • Verwendung von Begrifflichkeiten

    Jede Branche hat ihre eigene Sprache entwickelt. Wird diese nicht in der Software abgebildet, fühlen sich langjährige Branchenangehörige nicht zu Hause; wird ausschließlich Fachjargon und etabliertes Verhalten abgebildet, können die Hürden für neue Nutzer zu hoch sein. Der UX Engineer braucht deshalb Fingerspitzengefühl, um spezifische Begrifflichkeiten und insbesondere Abkürzungen zu verwenden.

Buchtipp: Über schnelles und langsames Denken

Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat 2012 „Schnelles Denken, langsames Denken” veröffentlicht: In seiner Theorie beschreibt er zwei unterschiedliche Denkmodelle, die sich auf jeden Menschen übertragen lassen.

Das System 1 beschreibt das Schnelle Denken: Es kommt in gewohnten Situationen zum Zuge, wenn der Denkende die Situationen kennt beziehungsweise problemlos aus einer bereits bekannten Situation übernehmen kann. Damit ist es ihm möglich, die Situation unbewusst wahrzunehmen, zu verarbeiten und zu verstehen.

Das System 2 beschreibt das Langsame Denken: Immer, wenn Personen aus einer Routine herausgerissen werden, etwa durch unbekannte, schwer verständliche oder komplexe Situationen, dann meldet System 1 Unterstützung an, System 2 wird im Gehirn aktiviert: Jetzt denkt der Nutzer nach und löst die komplexe Aufgabe. Dieser Prozess ist weniger effektiv, weil er Energie kostet, ermüdet und im schlimmsten Fall frustriert.

Deswegen versuchen User Experience Engineers den Nutzer möglichst lange im System 1 zu halten. Und hier kommen die Mentalen Modelle ins Spiel. Das menschliche Bewusstsein nimmt ständig Informationen auf und abstrahiert sie. So werden Objekte und Prozesse vereinfacht gespeichert und können schnell abgerufen werden, um sie mit neuen Informationen zu verarbeiten. Die Modelle werden durch neue Erfahrungen geformt und verbessert (Lerneffekt). Ein Mentales Modell beschreibt also, wie ein Mensch ein Objekt oder einen Prozess gespeichert hat und damit auch, wie er es oder ihn kennt und verstanden hat.

„Daniel Kahneman hat mit ‘Schnelles Denken, langsames Denken‘ eine sinnvolle Bereicherung für UX-Professionals geschrieben. Seine Theorie über die beiden Denkmodelle liefert mir wertvolle Denkanstöße für die tägliche Arbeit.”

Niklas Petrak | Lead UX Engineer

Mentale Modelle bei MAXIMAGO

Video: Der Vortrag

Valerian Semrau, Lead UX Engineer bei MAXIMAGO, hatte dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Inzept3D. die Chance, auf dem AMM-Symposium 2018 aufzutreten. In dem Fachforum treffen sich Experten aus Architekturbüros, Lehre und Forschung, um über die Chancen der Digitalisierung zu diskutieren. Valerian Semrau stellte dort die Chancen der Mentalen Modelle für Architektursoftware vor. Sehen Sie hier seinen Vortrag als Video.

Ihre Ansprechpartner

Unsere Lead UX Engineers Valerian Semrau und Niklas Petrak sind ausgewiesene Experten für den Einsatz Mentaler Modelle in der User-Experience-getriebenen Softwareentwicklung.

Lead UX Engineer

Valerian Semrau

+49 231 58 69 67 38
vse@maximago.de

Lead UX Engineer

Niklas Petrak

+49 231 58 69 67 34
npe@maximago.de

  • Die Broschüre

    Unsere Broschüre ist der Deep Dive in MAXIMAGO: Erfahren Sie mehr über unser Selbstverständnis, Kundenprojekte, Personalführung und mehr.

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